Foto: Jan Pingel
Von Nicole Skrzipczyk

Pazifische Kirchen : Deep Sea mining is not needed, not wanted, not consented!

Kommerzielle Ausbeutung der Ressourcen der Tiefsee mit ihren verheerenden Folgen für KüstenbewohnerInnen droht  im Pazifik ihren Anfang zu nehmen: „Blaues Wachstum“ nennt sich das Konzept, das Nachhaltigkeit und Nutzung der Meeresressourcen vereinen möchte.  Wenngleich den pazifischen Regierungen sprudelnde Einnahmen von den vermeintlichen Interessenten versprochen werden,  wird Tiefseebergbau zu wirtschaftlicher Ausbeutung, Zerstörung von Lebensgrundlagen und Biodiversität führen. Proteste- vor allem die der Alliance of Solwara Warriors, (ein Zusammenschluss von lokalen Aktivisten, Kirchenvertretern und Fischern in Papua-Neuguinea) aber mit ihnen viele Gemeinden, Nichtregierungsorganisationen und Kirchen entlang der Bismarck-See in Papua-Neuguinea und im gesamten Pazifik haben bei ihrem Kampf schon erste Erfolge gegen die den Tiefseebergbau verzeichnet.

Wir stellen hier drei Pazifische Kirchen vor, die sich im Protest gegen Tiefseebergbau stark machen: 

Die Evangelical Lutheran Church Papua New Guinea (ELC-PNG) hat über 1,2 Millionen Mitglieder in ganz Papua-Neuguinea. Das sind ca. 20 % der insgesamt 5 Millionen Einwohner des Landes. Die ELC-PNG hat 17 Distrikte und 7 Departments. Die Distrikte sind die regionalen Einrichtungen der Kirche in ganz PNG, während die Abteilungen die Werke betreuen. Mit ihrem starken Statement gegen Tiefseebergbau fordert Pastor Kinim Siloi die Unterstützung der pazifischen Lebensweise, Schutz der Ressourcen und künftiger Generationen auf.

Wir werden nicht zulassen, dass diese Mine unser marines Ökosystem zerstört, von dem unser Überleben abhängt, und wir werden geeignete Maßnahmen ergreifen, um unsere Lebensweise, unsere Ressourcen und künftige Generationen zu schützen.

Quelle: Wikipedia, Website ELC-PNG, Rev. Kinim Siloi

Der Papua New Guinea Council of churches – Kirchenrat von Papua-Neuguinea – PNGCC wurde 1965 gegründet (Vorläufer: der Christliche Rat von Papua-Neuguinea, gegründet 1959). Er ist ein christlich-ökumenischer Rat in PNG. Er hat vier Hauptprogramme: Social Concerns Desk, Women’s Desk, Theological programs und Administration.  Mitglieder des PNGCC sind: Anglican Church of Papua New Guinea, Gutnius Lutheran Church (verbunden mit der Lutheran Church–Missouri Synod), Union Baptist, Roman Catholic Church, Evangelical Lutheran Church of Papua New Guinea, United Church in Papua New Guinea and the Solomon Islands und der Salvation Army.

Pastor Roger Joseph’s Statement gegen Tiefseebergbau : Unser Auftrag kommt von Gott. Gott setzte den Menschen in den Garten Eden, um ihn zu kleiden und zu bewahren. Die Welt war schon da, bevor wir auf die Bildfläche kamen. Wer sind wir, sie zu zerstören? Wir rufen alle Menschen und die Regierungen des Pazifiks dazu auf, in Solidarität zusammenzustehen, um den Meeresbodenbergbau in PNG und im Pazifik zu verbieten“.

Quelle: www.oikoumene.org, Wikipedia, Rev. Roger Joseph

Die Pacific Conference of Churches (PCC) , die Pazifische Konferenz der Kirchen ist eine ökumenische Organisation, die die christlichen Kirchen in der Pazifikregion vertritt. Sie bemüht sich um die sichtbare Einheit der Kirche in Fragen der Gerechtigkeit, des Friedens und der Bewahrung der Schöpfung, um Initiativen zum Aufbau von Kapazitäten und um Solidarität mit ihren Mitgliedern in Zeiten von Naturkatastrophen und internen sozialen Umwälzungen. Von sehr bescheidenen Anfängen in den frühen 1960er Jahren zählt sie heute etwa 30 pazifische Mitgliedskirchen und 8 Kirchenräte zu ihren Mitgliedern. Der Hauptsitz der Pazifischen Kirchenkonferenz befindet sich in Suva (Fidschi).

Im Kampf gegen Tiefseebergbau unterstützt die PCC, ihr Generalsekretär Rev. James Bhagwan das kollektive Statement der pazifischen Zivilgesellschaft für ein Global Ban on Deep Sea Mining (Drawing the Blue Line)  in Nadi, Fidschi , März 2021: 

Für die Menschen im Pazifik stellt der Tiefseebergbau die schwerste Verletzung von Mutter Ozean dar, die bereits von jenen Nationen ausgebeutet wird, die die grundlegende menschliche Verantwortung, in Harmonie mit dem fragilen Ökosystem unseres Planeten zu leben, für den finanziellen Vorteil einiger weniger abgelehnt haben. Einfach ausgedrückt, die Blaue Linie dieses Aufrufs gegen den Tiefseebergbau fordert uns heraus, entweder zu denen zu gehören, die sich entscheiden, ihre kulturelle, spirituelle und moralische Verantwortung als Hüter des Ozeans anzunehmen, oder zu denen, die sich entscheiden, sie zu verraten.

Quelle: Website PCC, Wikipedia, Rev. James Bhagwan

Von Jan Pingel

Internationaler Tag der Meere 2021 – Pazifische Inseln in einem Meer aus Nutzung und Plünderung

Die Inselwelt Ozeaniens bildet globale Herausforderungen wie unter einem Brennglas ab.
Menschen und Natur des „blauen Kontinents“ erfahren die negativen Auswirkungen der Klimakrise und der rücksichtslosen Ressourcenausbeutung an Land und im Meer.

Zur Erreichung von globaler Ressourcen­ und Klimagerechtigkeit kommt dem konsequenten Schutz mariner Ökosysteme und ihrer Funktionen eine Schlüsselrolle zu – dies gilt insbesondere für die pazifische Inselwelt. Denn gesunde Meere sind essentielle Grundlage pazifischer Lebensweisen und untrennbar mit Klima, Biodiversität, Wirtschaft, Gesellschaft und Spiritualität verbunden.

Das Leben der Menschen war nie ausschließlich vom Land, sondern ebenso und vielleicht zum größten Teil vom Ozean bestimmt, der zusammen mit all seinen Ressourcen seit langem als eine einzige, heilige Einheit betrachtet wird. Meer und Land gemeinsam betrachten die Bewohner*innen des Südpazifiks als ihren flüssigen Kontinent.

Klimakrise und Ressourcenraub hinterlassen im Meer ihre Spuren. Die Gesundheit der Meere ist in Folge von menschlicher Ausbeutung natürlicher Ressourcen, Zerstörung biologischer Vielfalt und vielfältiger Verschmutzung zunehmend bedroht.

Gleichzeitig verstärken die Folgen der Klimakrise diese Bedrohung. Die Wassertemperaturen und der Meeresspiegel steigen, zugleich nehmen der Sauerstoffmangel und die Versauerung des Meerwassers zu. Dies hat Auswirkungen auf die Strömungen und Wettersysteme und verändert die marinen Ökosysteme tiefgreifend. Insbesondere der Zustand sensibler Ökosysteme wie der von Mangrovenwäldern, Seegraswiesen und Korallenriff en verschlechtert sich dabei zunehmend. Verstärkt wird dies zudem durch andere negative Einflussfaktoren wie Überfischung, Überdüngung oder die Einwanderung neuer mariner Arten.

Am deutlichsten zeigen sich die Folgen der Ressourcenausbeutung und der Klimakrise in den Ozeanen für die pazifischen Inselstaaten: Gesundheit, Küstenschutz, Ernährung und Wasserversorgung sind betroffen. Die ärmsten Küstengemeinden  sind am stärksten von einer intakten Meereswelt abhängig und haben nur wenige Kapazitäten, um auf die Klima­ und Meereskrise zu reagieren.

Weichen stellen für Mensch und Meer!

Wir unterstützen die Forderung pazifischer Nichtregierungsorganisationen und Kirchen nach einer partizipatorischen, transparenten und nachhaltigen Raum- und Ressourcennutzung im Meer und für die Küsten unter Beteiligung regionaler Gremien und der Zivilgesellschaft -insbesondere der pazifischen Küstengemeinschaften.

Der Schutz traditioneller Zugangsrechte zu Fischgründen, der Schutz von Land und Beteiligungsrechten sowie die Ernährungssicherheit müssen Vorrang vor jeglichen Vorhaben im Rahmen der Blue Economy haben.

Natürliche Ressourcen schützen – Existenzrechte sichern!

Wir unterstützen die Forderung pazifischer Nichtregierungsorganisationen und Kirchen nach einem Verbot von Tiefseebergbau im Pazifik. Um das gefährdete Ökosystem Ozean, die Menschen im Südpazifik und deren natürliche Lebensgrundlagen zu schützen, ist es höchste Zeit, die Tiefsee zu verteidigen und dieses bislang kaum erschlossene Gebiet gegen eine zerstörerische Industrie abzusperren. Die Tiefsee ist der größte Lebensraum der Erde, zugleich aber auch der am wenigsten bekannte. Wir sollten ihn erhalten und erforschen, anstatt ihn der Ausbeutung preiszugeben.

Bevölkerungen der pazifischen Inselstaaten müssen an Entscheidungen über die Nutzung ihrer Ressourcen angemessen beteiligt werden und das Recht haben Nein! zu sagen. Gleiches gilt für Indigene, deren Land- und Nutzungsrechte respektiert sowie deren freie, vorherige und informierte Zustimmung ( free, prior and informed consent, FPIC ) eingeholt werden muss

Ozeanien-Dialog unterstützt den pazifischen Aufruf “Drawing the Pacific Blue Line”

Neue Publikation: Ozeanien – Brennglas globaler Herausforderungen

Rough Seas: Looming Dangers of the Blue Economy

DIE OZEANE IN DER KLIMAKRISE – ZU DEN GLOBALEN RISIKEN DES MARINEN KLIMAWANDELS

DIE OZEANE IN DER KLIMAKRISE – MARINER KLIMASCHUTZ ZWISCHEN UMWELT UND ENTWICKLUNG

Von Jan Pingel

Aufruf: Keine Zerstörung der Ozeane im Namen des Klimaschutzes

Der Klimaschutz darf nicht als Argument für den Tiefseebergbau und die Zerstörung der Ozeane missbraucht werden. Wir fordern stattdessen einen Stopp des Tiefseebergbaus sowie eine konsequente Berücksichtigung der im Sonderbericht des Weltklimarats aufgezeigten Auswirkungen des Klimawandels auf die Ozeane.

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Von Jan Pingel

„ZUM SCHUTZ DER OZEANE BRAUCHEN WIR EIN RADIKAL ANDERES VERSTÄNDNIS VON ENTWICKLUNG UND DIE ANERKENNUNG DER WERTE UNSERER KULTUREN“

 

Ein Gespräch mit Rev. James Bhagwan, Generalsekretär der Pazifischen Konferenz der Kirchen, über den steigenden Meeresspiegel, klimabedingte Migration, Spiritualität und Widerständigkeit im Pazifik. 2019 war Rev. Bhagwan Gastreferent auf einer von Fair Oceans, Brot für die Welt, dem Ozeanien-Dialog und weiteren Partnern organisierten Rundreise zu den Auswirkungen des marinen Klimawandels im Pazifik anlässlich der Veröffentlichung des Sonderberichts zu den Ozeanen und der Kryosphäre des Weltklimarats.

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Von Nicole Skrzipczyk

Vanuatu – Kleines Land im großen Meer

Vanuatu ist klein, liegt am „anderen Ende“ der Welt und ist bei uns nahezu unbekannt. Dabei kann der pazifische Inselstaat mit erstaunlichen Rekorden und beeindruckenden Superlativen aufwarten. Das Land hat das strengste Plastikverbot weltweit. Mit seinen weißen Stränden, dem glasklaren Wasser, der üppigen Vegetation und seinen spektakulären Vulkanen gilt Vanuatu als eines der letzten Paradiese in der Südsee. Wären da nicht Erdbeben, Vulkanausbrüche und Zyklone. Kein anderes Land auf der Welt ist den Naturgewalten mehr ausgesetzt als Vanuatu. Und zu allem kommt jetzt auch noch der Klimawandel.

Katja Dorothea Buck hat sich aufgemacht zu den Menschen in Vanuatu, die zum Großteil noch sehr traditionell leben und ließ sich auf gänzlich Neues ein. Die Autorin hat einen Zugang zu diesem unbekannten Land bekommen und ist mit mehr Fragen als Antworten zurückgekommen. Sind die Menschen in Vanuatu, die Ni-Vanuatu, vielleicht sogar besser für die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts gewappnet als wir in den westlichen Gesellschaften? Für die erfahrene Journalistin Katja Dorothea Buck steht fest: Wer sich auf die Menschen in Vanuatu einlässt, kommt ins Grübeln über globale Zusammenhänge, Geschwisterlichkeit und die eigenen Grenzen.

Lesen Sie , welche Geschichten von Menschen, die sich auf bewundernswerte Weise dem Klimawandel und den Herausforderungen der Globalisierung stellen, die Autorin von ihrer Reise im Gepäck mitbrachte.

Bestellen Sie jetzt schon Ihr Exemplar unter www.demh.de und erhalten es frisch aus der Druckerei im Dezember 2020! Für größere Bestellungen für Ihre Gemeinde oder Organisation sprechen Sie uns an: demh@emw-d.de  oder  040/254 56 – 143

 

Infotafel_Vanuatu_Buck_Missionshilfe-Verlag

 

Von Jan Pingel

Victory for the ocean! Gericht stoppt Meeresbodenabbau in Neuseeland!

The New Zealand Court of Appeal confirmed that the proposed seabed mining operation, that would dredge a 66 square kilometre section of the seabed off the coast of Patea for ironsands, does not meet numerous environmental and Treaty of Waitangi principles and therefore could not go ahead. 

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Deb Ngarewa-Packer, Kaiarataki at Te Runanga o Ngati Ruanui from Aotearoa (New Zealand) shares this emotional video message to let everyone know that they have won the case against seabed mining in their waters in Aotearoa.

 

Von Jan Pingel

The Last Frontier – Tiefseebergbau in Papua-Neuguinea

The Last Frontier, a documentary series focusing on experimental seabed mining, an imminent venture in the Pacific.
This documentary presents the situation in Papua New Guinea (PNG).

Despite the experimental nature and a dearth of knowledge about hydrothermal vents and deep sea ecosystems, Nautilus Minerals Inc. is already prospecting PNG’s Bismarck Sea with an aim to begin mining as early as 2019.

This film highlights a general failure by authorities to incorporate sufficient environmental protections, as well as the norm of free, prior, and informed consent (FPIC) for indigenous peoples of the Bismarck Sea.

These are the voices of the guardians protecting the Last Frontier.

 

A video documentary by the Pacific Network on Globalisation (PANG)

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