{"id":4139,"date":"2026-04-30T14:50:21","date_gmt":"2026-04-30T12:50:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.ozeanien-dialog.de\/?p=4139"},"modified":"2026-04-30T14:52:21","modified_gmt":"2026-04-30T12:52:21","slug":"fuer-die-staerkung-des-un-seerechts-und-einer-nachhaltigen-meerespolitik-auch-in-krisenzeiten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ozeanien-dialog.de\/?p=4139","title":{"rendered":"Fu\u0308r die St\u00e4rkung des UN-Seerechts und einer nachhaltigen Meerespolitik auch in Krisenzeiten"},"content":{"rendered":"<h3>Pressemitteilung anl\u00e4sslich der Nationalen Maritimen Konferenz 2026 in Emden<\/h3>\n<p>In den letzten Jahren hat sich immer wieder gezeigt, wie gro\u00df die Abh\u00e4ngigkeit Deutschlands von einer stabilen und sicheren Lage auf See ist. Die Ozeane sind heute aufs Engste mit der globalen Politik und Wirtschaft verknu\u0308pft. Dies wird sich auf der am 29.04.2026 in Emden beginnenden Nationalen Maritimen Konferenz widerspiegeln. Unterbrechungen der Lieferketten, Schattenflotten, die Klimafolgen entlang der Ku\u0308sten, Konflikte um Seegrenzen und Rohstoffvorkommen im Meer und nun die Schlie\u00dfung der Stra\u00dfe von Hormus sind fu\u0308r die deutsche Meerespolitik eine best\u00e4ndige Herausforderung. Trotz aller sozialen und \u00f6konomischen Probleme, die hier in Deutschland damit zum Teil einhergehen, darf allerdings nicht vergessen werden, dass zuallererst die Seeleute, der Meeresschutz und die vom und mit dem Meer lebenden Ku\u0308stengemeinschaften des Globalen Su\u0308dens die Hauptleidtragenden der derzeitigen Krisen auf und an den Ozeanen sind.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>&#8222;Die maritime Wirtschaft basiert auf den Schultern derer, die auf See arbeiten \u2013 doch w\u00e4hrend Gewinne und Lieferketten geschu\u0308tzt werden, bleiben ihre Arbeits- und Lebensbedingungen oft unsichtbar und unbeachtet. Eine zukunftsf\u00e4hige maritime Politik muss sozial und \u00f6kologisch verantwortungsvoll handeln \u2013 sonst geht sie zu Lasten derer, die sie tragen. In diesem Sinne muss unter anderem die Frage der Beflaggung von Schiffen und der Verantwortung von Reedereien \u2013 nicht nur in Krisenzeiten &#8211; behandelt werden. Hier geht es um weit mehr als \u00f6konomische Konkurrenzf\u00e4higkeit.\u201c betont Johanna Zschornack, Gesch\u00e4ftsfu\u0308hrerin des Bremer entwicklungspolitischen Netzwerks.<\/p>\n<p>Angesichts einer immer st\u00e4rker auf Konkurrenz ausgerichteten Geopolitik drohen kooperative Ans\u00e4tze mehr und mehr an Gewicht zu verlieren. Sowohl das internationale See- und V\u00f6lkerrecht als auch eine Orientierung an Grunds\u00e4tzen einer nachhaltigen Meerespolitik werden zunehmend in Frage gestellt. Aus Sicht der unterzeichnenden Verb\u00e4nde birgt eine solche Nationalisierung der Meerespolitik gro\u00dfe Gefahren. Eine weitgehende Ausrichtung der Meerespolitik an Rohstoff- und Sicherheitsinteressen auf der einen Seite und der Abbau von umwelt- und entwicklungspolitischen Ma\u00dfnahmen auf der anderen Seite erschweren grunds\u00e4tzlich alle von den UN initiierten Prozesse, die auf Kompromissbereitschaft, Interessensausgleich und gegenseitigem Vertrauen basieren.<\/p>\n<p>Kai Kaschinski, Vorstand von Fair Oceans, fu\u0308hrt aus: \u201eInternationale Prozesse und das V\u00f6lkerrecht waren schon immer nur so stark wie die Staaten und Bewegungen, die sich hinter sie gestellt und Verantwortung u\u0308bernommen haben. Ohne internationale Zusammenarbeit gibt es keine erfolgreiche Bek\u00e4mpfung von Hunger und Armut, keinen effektiven Meeres- und Klimaschutz, keine fairen globalen Lieferketten und keinen verl\u00e4sslichen und sicheren Welthandel. Die am st\u00e4rksten vom Meer abh\u00e4ngigen Ku\u0308stengemeinschaften im Globalen Su\u0308den sind zugleich die Gemeinschaften, deren Existenzgrundlagen am st\u00e4rksten gef\u00e4hrdet werden. Schlussendlich trifft es jedoch alle Menschen, denn \u00f6kologische oder auch politische Ver\u00e4nderungen in den Ozeanen haben immer eine globale Dimension.\u201c<\/p>\n<p>Die Bundesregierung sollte sich den derzeitigen Herausforderungen stellen und genau jetzt weiter auf das UNSeerecht und die internationale Kooperation in der Meerespolitik setzen. Konsequent eine gerechte Umwelt- und Entwicklungspolitik auf See und entlang der Ku\u0308sten zu f\u00f6rdern, birgt die Chance neue Partnerschaften aufzubauen und die derzeit entstehenden politischen Leerstellen im Sinne der Agenda 2030 der UN und einer nachhaltigen Meerespolitik zu fu\u0308llen. In diesem Sinne ist die Kernfrage nicht, wie die deutsche Politik auf die zunehmenden maritimen Konflikte reagiert, sondern mit welchen Zielvorgaben sie die internationale Meerespolitik weiterentwickeln will.<\/p>\n<p>Der Koordinator des Ozeanien-Dialogs, Jan Pingel, lenkt dabei den Blick auf die pazifischen Inselstaaten: \u201eFu\u0308r die Small Island Developing States ist die Klimakrise eine Frage des \u00dcberlebens im und mit dem Ozean: Es braucht gerechte, zug\u00e4ngliche Klimafinanzierung mit verankerter Entschuldung sowie die Unterstu\u0308tzung von Ku\u0308stengemeinden \u2013 unter Wahrung von Rechten, Identit\u00e4t und Souver\u00e4nit\u00e4t. Die Inselstaaten brauchen also mehr Kooperation, mehr Mittel und eine sichere, langfristige Perspektive. Hierfu\u0308r bleibt keine Zeit, aufgrund des fortschreitenden Meeresspiegelanstiegs muss umgehend gehandelt werden. Arbeiten wir mit den pazifischen Inselstaaten zusammen &#8211; dies hat sich immer wieder gezeigt &#8211; haben wir verl\u00e4ssliche Partnerl\u00e4nder in den internationalen Verhandlungen zur<br \/>\nMeeres- und Klimapolitik.\u201c<\/p>\n<p>Vor diesem Hintergrund braucht es dringend eine Fortfu\u0308hrung der Erarbeitung einer Nationalen Meeresstrategie auf Basis einer wie zu Beginn breiten, partizipativen Beteiligung. Mehr denn je wird eine u\u0308bergreifende Meeresstrategie gebraucht und wir sind bereit weiter an ihrer Formulierung mitzuwirken. Die Ablehnung der Teilnahme vieler zivilgesellschaftlicher Vertreterinnen und Vertreter, insbesondere aus der Entwicklungszusammenarbeit, an der diesj\u00e4hrigen Nationalen Maritimen Konferenz seitens des zust\u00e4ndigen Wirtschaftsministeriums kritisieren die Verb\u00e4nde als kontraproduktiv. Nach wie vor mangelt es in Deutschland immer wieder an Koh\u00e4renz in der Meerespolitik. Der gerade von der Koalition vor der Nationalen Maritimen Konferenz in den Bundestag eingebrachte und vom Parlament beschlossene Antrag \u201eDeutschlands maritime Wirtschaft st\u00e4rken\u201c zeigt dies ein weiteres Mal. Es werden relevante Probleme aufgegriffen, aber eine wirkliche Verknu\u0308pfung der Themenbereiche findet nach wie vor<br \/>\nkaum statt und soziale, au\u00dfen- und entwicklungspolitische Aspekte spielen lediglich eine untergeordnete Rolle.<\/p>\n<p>Marie-Luise Abshagen, stellvertretende Leiterin des Forum Umwelt und Entwicklung, verweist in diesem Kontext auf den Tiefseebergbau: \u201eIch begru\u0308\u00dfe, dass die Bundesregierung in diesem wichtigen Feld an einer vorsorglichen Pause festh\u00e4lt. Tiefseebergbau wird aber in jedem Fall mit gravierenden St\u00f6rungen der marinen \u00d6kosysteme, mit Artensterben und unkalkulierbaren Folgewirkungen fu\u0308r die Meereswelt wie auch fu\u0308r die Menschen an ihren Ku\u0308sten einhergehen. Die Bundesregierung muss unbedingt noch einen Schritt weiter gehen und sich zudem klar fu\u0308r die Anerkennung der Regeln der Internationalen Meeresbodenbeh\u00f6rde und des UN-Seerechts aussprechen und nationalen Alleing\u00e4ngen entgegenwirken. Die auf der NMK versammelten deutschen Unternehmen sollten eine solche Haltung unterstu\u0308tzen und auch im Ausland keine Auftr\u00e4ge fu\u0308r eine Technologieentwicklung annehmen oder Finanzmittel in Projekte in diesem Sektor stecken, die zu einer unberechenbaren Zerst\u00f6rung der Tiefsee\u00f6kosysteme fu\u0308hren.\u201c<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-4143 alignnone\" src=\"https:\/\/www.ozeanien-dialog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Logo-FUE-300x155.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"155\" srcset=\"https:\/\/www.ozeanien-dialog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Logo-FUE-300x155.jpg 300w, https:\/\/www.ozeanien-dialog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Logo-FUE-768x396.jpg 768w, https:\/\/www.ozeanien-dialog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Logo-FUE-540x278.jpg 540w, https:\/\/www.ozeanien-dialog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Logo-FUE.jpg 953w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-4145 alignnone\" src=\"https:\/\/www.ozeanien-dialog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Logo_bunt-300x84.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"84\" srcset=\"https:\/\/www.ozeanien-dialog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Logo_bunt-300x84.jpg 300w, https:\/\/www.ozeanien-dialog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Logo_bunt-540x152.jpg 540w, https:\/\/www.ozeanien-dialog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Logo_bunt.jpg 709w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-4147 alignnone\" src=\"https:\/\/www.ozeanien-dialog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/OzeanienDialog_Logo-300x128.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"128\" srcset=\"https:\/\/www.ozeanien-dialog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/OzeanienDialog_Logo-300x128.jpg 300w, https:\/\/www.ozeanien-dialog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/OzeanienDialog_Logo-1024x438.jpg 1024w, https:\/\/www.ozeanien-dialog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/OzeanienDialog_Logo-768x328.jpg 768w, https:\/\/www.ozeanien-dialog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/OzeanienDialog_Logo-1536x656.jpg 1536w, https:\/\/www.ozeanien-dialog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/OzeanienDialog_Logo-540x231.jpg 540w, https:\/\/www.ozeanien-dialog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/OzeanienDialog_Logo.jpg 1959w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-4149 alignnone\" src=\"https:\/\/www.ozeanien-dialog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Logo-ohne-Hintergrund-300x106.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"106\" srcset=\"https:\/\/www.ozeanien-dialog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Logo-ohne-Hintergrund-300x106.png 300w, https:\/\/www.ozeanien-dialog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Logo-ohne-Hintergrund-768x272.png 768w, https:\/\/www.ozeanien-dialog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Logo-ohne-Hintergrund-540x191.png 540w, https:\/\/www.ozeanien-dialog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Logo-ohne-Hintergrund.png 837w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Pressemitteilung anl\u00e4sslich der Nationalen Maritimen Konferenz 2026 in Emden In den letzten Jahren hat sich immer wieder gezeigt, wie gro\u00df die Abh\u00e4ngigkeit Deutschlands von einer stabilen und sicheren Lage auf See ist. 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