{"id":3956,"date":"2022-07-13T13:27:25","date_gmt":"2022-07-13T11:27:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.ozeanien-dialog.de\/?p=3956"},"modified":"2022-07-13T13:28:58","modified_gmt":"2022-07-13T11:28:58","slug":"pressemitteilung-staaten-entziehen-sich-der-verantwortung-bei-un-ocean-conference-einzelinitiativen-geben-hoffnungsvolle-impulse","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ozeanien-dialog.de\/?p=3956","title":{"rendered":"Pressemitteilung: Staaten entziehen sich der Verantwortung bei UN Ocean Conference \u2013 Einzelinitiativen geben hoffnungsvolle Impulse"},"content":{"rendered":"<p>Lissabon. Die UN-Ozeankonferenz \u00a02022 in Lissabon hat die Chance f\u00fcr einen ambitionierten Meeresschutz vertan. Die Abschlusserkl\u00e4rung bietet nicht mehr als Unverbindlichkeiten, kritisiert ein breites B\u00fcndnis aus Nichtregierungsorganisationen (NGO), zu dem der Bund f\u00fcr Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Brot f\u00fcr die Welt, Forum Umwelt und Entwicklung, Misereor, Deutsche Umwelthilfe e.V., Ozeanien-Dialog, Fair Oceans, Sharkproject, Pazifik-Netzwerk e.V. und WWF geh\u00f6ren.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Mit den lediglich freiwilligen Initiativen, die Staaten auf der Konferenz pr\u00e4sentiert haben, entziehen sie sich ihrer Verantwortung. Es bleibt offen, ob diese freiwilligen Ma\u00dfnahmen umgesetzt werden. Es gibt weder einen Bericht \u00fcber die Erreichung der Ziele der letzten Konferenz noch ein Kontrollverfahren f\u00fcr die Umsetzung der neuen Erkl\u00e4rung. Von der Bundesregierung erwarten die NGO, dass sie ihr im G7-Ocean-Deal gezeigtes Engagement bei den dieses Jahr noch anstehenden internationalen Entscheidungen beibeh\u00e4lt. Das betrifft auch den Meeresschutz der Nord- und Ostsee.<\/p>\n<p>Positiv zu bewerten sind eine Vielzahl von Einzelinitiativen, die bei der diesj\u00e4hrigen UN-Ozeankonferenz \u00a0vom 27. Juni bis 1. Juli gestartet wurden. Diese setzen Impulse in verschiedenen Bereichen, darunter Tiefseebergbau, Fischerei und Unterwasserl\u00e4rm:<\/p>\n<p>Die pazifischen Inselstaaten Palau und Fidschi setzten mit einem Paukenschlag am ersten Konferenztag einen Schwerpunkt f\u00fcr den weiteren Konferenzverlauf. Sie fordern ein Moratorium f\u00fcr Tiefseebergbau. Die Internationale Meeresbodenbeh\u00f6rde (ISA) soll vorerst keine Genehmigungen f\u00fcr einen Abbau am Meeresboden erteilen. Es muss verhindert werden, dass die Abbauindustrie die fast v\u00f6llig unerforschten Tiefsee-\u00d6kosysteme unwiederbringlich zerst\u00f6rt und Menschenrechte verletzt. Beobachter*innen aus Deutschland und vielen anderen L\u00e4ndern weltweit fordern ein vollst\u00e4ndiges Verbot von Tiefseebergbau.<\/p>\n<p>Die Fischerei spielte auf der diesj\u00e4hrigen Konferenz eine gewichtige Rolle. Die Bedeutung der Kleinfischerei f\u00fcr Ern\u00e4hrungssicherheit und Besch\u00e4ftigung im Globalen S\u00fcden wurde vielfach betont. Fehlender Zugang zu Fischgr\u00fcnden, \u00dcberfischung, illegale Fischerei und mangelndes Fischereimanagement wurden als Hauptprobleme benannt. Versch\u00e4rft wird die Situation durch die Auswirkungen der Klimakatastrophe auf die Meeres\u00f6kosysteme. Ein Ende der \u00dcberfischung kann einen gro\u00dfen Beitrag zum Klimaschutz leisten und muss daher im Fokus der internationalen politischen Diskussionen stehen.<\/p>\n<p>Die Reduzierung von Unterwasserl\u00e4rm muss verst\u00e4rkt auf die politische Agenda. Eine Geschwindigkeitsbegrenzung f\u00fcr Handelsschiffe ist eine M\u00f6glichkeit. Verringert sich die Geschwindigkeit um 20 Prozent, geht der L\u00e4rmeintrag um 60 Prozent zur\u00fcck. Eine einfache Ma\u00dfnahme, die sofort wirkt. Vertreter*innen der Schifffahrtsindustrie, der UN Maritimen Organisation (IMO) sowie der schwedischen Regierung haben erkl\u00e4rt, dass sie sich der Problematik des Unterwasserl\u00e4rms bewusst sind und konkrete Regulierungen unterst\u00fctzen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Lissabon. Die UN-Ozeankonferenz \u00a02022 in Lissabon hat die Chance f\u00fcr einen ambitionierten Meeresschutz vertan. 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