{"id":3561,"date":"2021-03-23T17:56:17","date_gmt":"2021-03-23T16:56:17","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ozeanien-dialog.de\/?p=3561"},"modified":"2021-03-30T13:01:35","modified_gmt":"2021-03-30T11:01:35","slug":"aufruf-keine-zerstoerung-der-ozeane-im-namen-des-klimaschutzes","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ozeanien-dialog.de\/?p=3561","title":{"rendered":"Aufruf: Keine Zerst\u00f6rung der Ozeane im Namen des Klimaschutzes"},"content":{"rendered":"<p class=\"p1\"><strong>Der Klimaschutz darf nicht als Argument fu\u0308r den Tiefseebergbau und die Zerst\u00f6rung der Ozeane missbraucht werden. Wir fordern stattdessen einen Stopp des Tiefseebergbaus sowie eine konsequente Beru\u0308cksichtigung der im Sonderbericht des Weltklimarats aufgezeigten Auswirkungen des Klimawandels auf die Ozeane.<\/strong><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p class=\"p1\">Die Bundesregierung fordern wir deshalb auf, folgende Grunds\u00e4tze in ihre internationale Klima- und Meerespolitik aufzunehmen und dabei die engen Beziehungen von Umwelt und Entwicklung in Hinblick auf Fragen der Klimagerechtigkeit zu beachten:<\/p>\n<ul>\n<li class=\"p1\">Die Folgen des Klimawandels fu\u0308r die Ozeane sowie die entlang ihrer Ku\u0308sten lebenden Menschen mu\u0308ssen wesentlich st\u00e4rker als bisher in die internationale Klimapolitik einbezogen werden, wofu\u0308r eine Koordinierungsstruktur in Form einer eigenen Projektgruppe beim Weltklimarat geschaffen werden muss<\/li>\n<li class=\"p1\">Der Ku\u0308stenschutz muss als gemeinschaftliche globale Aufgabe in der internationalen Klimapolitik verankert werden und die Lasten nach den finanziellen M\u00f6glichkeiten der Staaten und gem\u00e4\u00df der Idee des Verursacherprinzips zwischen globalem Norden und Su\u0308den geteilt werden<\/li>\n<li class=\"p1\">Wenn Ku\u0308stengebiete oder Inseln aufgrund des Klimawandels unbewohnbar werden, muss den zur Flucht gezwungenen Menschen eine \u00bbKlimamigration in Wu\u0308rde\u00ab erm\u00f6glicht werden, und auch nicht betroffene Staaten haben sich in der Verantwortung zu sehen, diesen ein neues Zuhause zu geben<\/li>\n<li class=\"p1\">Die maritime Raumplanung und das Ku\u0308stenzonenmanagement mu\u0308ssen eine Verschiebung der Ku\u0308stenlinien ins Binnenland und die polw\u00e4rtige Verlagerung der Verbreitungsgebiete mariner Arten beru\u0308cksichtigen und hinreichende Ausweichfl\u00e4chen fu\u0308r Infrastrukturen und Ku\u0308sten\u00f6kosysteme bereitstellen<\/li>\n<li class=\"p1\">Die Bebauung der Ku\u0308stenzonen muss begrenzt oder ru\u0308ckgebaut werden, um eine Regeneration natu\u0308rlicher Ku\u0308sten\u00f6kosysteme wie der Korallenriffe bei steigendem Meeresspiegel zu erm\u00f6glichen und deren Ku\u0308stenschutzfunktion langfristig im Sinne von \u00bbnature based solutions\u00ab zu bewahren<\/li>\n<li class=\"p1\">Ma\u00dfnahmen zum Klimaschutz wie Blue-Carbon-Projekte in den Ku\u0308stengebieten und -meeren mu\u0308ssen auf transparenten und partizipativen Prozessen beruhen und du\u0308rfen nicht die traditionellen Rechte von Ku\u0308stengemeinden oder die regionale Ern\u00e4hrungssicherheit im globalen Su\u0308den in Frage stellen<\/li>\n<li class=\"p1\">Negativen Auswirkungen auf die Fischerei durch den marinen Klimawandel muss solidarisch im Rahmen der Weltern\u00e4hrungsorganisation durch die finanzielle und technische Unterstu\u0308tzung bei der Entwicklung notwendiger Anpassungen von Fangmethoden und Fischereiwirtschaft begegnet werden<\/li>\n<li class=\"p1\">Staaten des globalen Su\u0308dens, welche durch den Klimawandel Fischbest\u00e4nde verlieren oder abnehmende Fangmengen verzeichnen, mu\u0308ssen aus einem speziellen Klimafonds Ausgleichszahlungen zur Sicherung ihrer Ern\u00e4hrungsgrundlagen und der betroffenen Fischereien erhalten<\/li>\n<li class=\"p1\">Festes Ziel der internationalen Klimapolitik muss das 1,5-Grad-Ziel sein, insbesondere um die Existenzgrundlagen der niedrig liegenden Ku\u0308stenregionen wie auch der Kleinen Inselentwicklungsl\u00e4nder effektiv zu schu\u0308tzen<\/li>\n<li class=\"p1\">Die Kleinen Inselentwicklungsl\u00e4nder mu\u0308ssen durch gesonderte Programme mit internationaler Finanzierung eine spezifische Unterstu\u0308tzung fu\u0308r Anpassungen an den Klimawandel erhalten, die auf eine umfassende Sicherung ihrer Existenzgrundlagen zielt<\/li>\n<li class=\"p1\">Die Emissionen von Klimagasen durch den Schiffsverkehr mu\u0308ssen durch die IMO noch deutlich konsequenter als bisher reduziert werden und schon bis zum Jahr 2030 um mindestens 50% gesenkt werden; daru\u0308ber hinaus sind Wasserstoff und Wind als Alternativen fu\u0308r den Schiffsantrieb zu f\u00f6rdern<\/li>\n<li class=\"p1\">Die mit der Produktion und Vermarktung von Waren verbundenen Lieferketten &#8211; einschlie\u00dflich der Seewege &#8211; sind fu\u0308r die Konsument*innen transparent, unter Angabe der dabei erzeugten Menge an Klimagasen zu dokumentieren, und diese Verpflichtung ist in das Lieferkettengesetz aufzunehmen<\/li>\n<li class=\"p1\">Die Offshore-F\u00f6rderung von Erd\u00f6l und -gas muss kontinuierlich reduziert werden und die F\u00f6rderung in der Tiefsee wie auch in den Polarregionen ist g\u00e4nzlich zu stoppen<\/li>\n<li class=\"p1\">Der Tiefseebergbau ist als Quelle fu\u0308r mineralische Ressourcen nicht akzeptabel und entsprechende Vorhaben mu\u0308ssen gestoppt werden, da sie eine zus\u00e4tzliche Belastung der Meeres\u00f6kosysteme und globalen marinen Kreisl\u00e4ufe darstellen und eine \u00f6konomische Wachstumslogik ungebremst fortschreiben<\/li>\n<\/ul>\n<p><a href=\"https:\/\/www.ozeanien-dialog.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/PM_Keine-Zersto\u0308rung-der-Ozeane-im-Namen-des-Klimaschutzes.pdf\">Pressemitteilung: Das Wettrennen um die Sch\u00e4tze des Meeres wird als Klimaschutz getarnt<\/a><\/p>\n<p class=\"p2\">Als Ansprechpartner*innen stehen Ihnen folgende Personen mit ihrer Expertise zur Verfu\u0308gung<\/p>\n<p class=\"p3\">Fair Oceans: Kai Kaschinski | Vorstand und Projektkoordinator Fair Oceans<br \/>\nTel.: 0049-152-295 170 04 | E-Mail: <span class=\"s1\">kai.kaschinski@fair-oceans.info<\/span><\/p>\n<p class=\"p3\">Forum Umwelt und Entwicklung: Marie-Luise Abshagen | Leiterin Nachhaltigkeitspolitik<br \/>\nTel.: 0049-30 678 1775 75 | E-Mail: <span class=\"s1\">abshagen@forumue.de<\/span><\/p>\n<p class=\"p3\">INKOTA-netzwerk: Lara Louisa Siever | Referentin fu\u0308r Ressourcengerechtigkeit und Rohstoffpolitik<br \/>\nTel.: 0049-351-438 378 88 | E-Mail: <span class=\"s1\">siever@inkota.de<\/span><\/p>\n<p class=\"p3\">Ozeanien-Dialog: Jan Pingel | Koordinator<br \/>\nTel.: 0049-40-25456-122 | E-Mail: <span class=\"s1\">Jan.Pingel@ozeanien-dialog.de<\/span><\/p>\n<p class=\"p3\">PowerShift: Hannah Pilgrim | Koordination AK Rohstoffe<br \/>\nTel.: 0049-30-419 341 82 | E-Mail: <span class=\"s1\">hannah.pilgrim@power-shift.de<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Klimaschutz darf nicht als Argument fu\u0308r den Tiefseebergbau und die Zerst\u00f6rung der Ozeane missbraucht werden. 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